Schlagwort: Fonds

  • Hebelprodukte lösten Milliarden-Verluste an asiatischen Börsen aus

    Die Gefahr täglicher Rebalancing-Effekte

    Wer ein 3-fach gehebeltes Produkt auf einen Wert wie SKI hält, verliert bei einem Tagesverlust der Aktie von 10 Prozent entsprechend 30 Prozent. Die eigentliche Gefahr liegt jedoch in der Konstruktion dieser Fonds: Sie müssen täglich neu adjustiert werden. Am Ende eines starken Verlusttages muss der Fonds in einen fallenden Markt verkaufen, um das Hebelfaktor-Verhältnis aufrechtzuerhalten. Privatanleger wurden dadurch liquidiert, während die Fonds ihre Positionen obendrein weiter veräußerten. Jeder dieser Verkäufe machte den nächsten Verkauf immer wahrscheinlicher und beschleunigte den Abwärtstrend.

    Eskalation über die asiatischen Märkte

    Diese Dynamik blieb nicht auf Südkorea beschränkt. In den folgenden zwei Tagen wurden über 600 Milliarden US-Dollar an den asiatischen Märkten ausgelöscht. Japan fiel um mehr als 4 Prozent, ebenso wie die Indizes in Taiwan, Hongkong und China. Zeitweise wurde ein weiterer Fall des südkoreanischen Leitindex KOSPI nur dadurch gestoppt, dass der Handel wegen eines Nationalfeiertags ruhte.

    Politische Intervention und anhaltende Risiken

    Die Situation spitzte sich so weit zu, dass der südkoreanische Präsident – der im Vorfeld ein Jahr lang die Bevölkerung zum Aktienkauf aufgerufen hatte – eine Notstandssitzung zur Marktstabilisierung einberief. Dennoch bleibt die Gefahr bestehen: Die Hebelwirkung ist auch weiterhin im Markt vorhanden und prägt die aktuelle Lage in Südkorea.

  • Das Ende der US-Tech-Dominanz: Wie die Welt nach Alternativen sucht

    Die Grundlage des US-Aktienmarktes

    Der gesamte US-Aktienmarkt – einschließlich privater Altersvorsorge, Indexfonds und Rentenwerte – beruht auf einer Erzählung, die sich dem Ende zuzuneigen droht. Bisherige Bewertungen basieren auf der Annahme, dass amerikanische Unternehmen auf unbestimmte Zeit Billionen an Gewinnen erzielen werden, da die Welt gezwungen sei, US-amerikanische Technologie zu nutzen.

    Europas Abkehr von US-Technologie

    Diese Dynamik verliert jedoch an Fahrt. Frankreich hat die Zusammenarbeit mit Palantir beendet. Deutschland hat sich bereits abgewendet, Spanien hat seine Unternehmen angewiesen, keine neuen Verträge mehr zu unterzeichnen, und auch Großbritannien zieht offenbar nach. Der Grund dafür ist simpel: Die Welt hat erkannt, dass sie eine Wahl hat – und diese Alternative ist siebenundeinhalb Mal günstiger.

    KI-Investitionen im globalen Vergleich

    Gleichzeitig investiert Amerika jährlich eine Billion Dollar in den Aufbau von Künstlicher Intelligenz, was etwa 3 Prozent der gesamten US-Wirtschaft entspricht. China hingegen gibt nur einen Bruchteil dieses Betrags aus und stellt die Technologie nahezu kostenlos zur Verfügung.

  • Rekordverschuldung am US-Aktienmarkt: Droht der nächste Crash?

    Historische Warnsignale

    Die von US-Amerikanern aufgenommene Verschuldung zum Kauf von Aktien, gemessen als Prozentsatz der gesamten US-Wirtschaft, zeigt ein klares historisches Muster. Jede extreme Spitze markiert einen historischen Wendepunkt, dem ein Marktcrash folgte. Im Juni 1968 verlor der Markt kurz darauf ein Drittel seines Wertes. Im Dezember 1972 ereignete sich der Crash von 1973. Der August 1987 lag zwei Monate vor dem Schwarzen Montag, dem schlechtesten Tag der Börsengeschichte. Im März 2000 erreichte die Dotcom-Blase ihren Höhepunkt, und im Juli 2007 begann die Finanzkrise. Auch nach Januar 2018 und August 2021 folgten erhebliche Korrekturen. Jedes Mal, wenn die US-Margin-Verschuldung ein Extrem erreichte, ereignete sich fast unmittelbar danach ein Crash.

    Aktuelle Rekordwerte

    Die aktuelle Lage zeigt eine beispiellose Entwicklung. Im Juni 2026 erreichte die US-Margin-Verschuldung rund 4,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Dies ist der höchste jemals in der amerikanischen Geschichte verzeichnete Wert. Er liegt deutlich über den Werten der Dotcom-Blase, dem Jahr 2007 und sogar der «Meme-Stock»-Blase von 2021.

    Die verborgene Hebelwirkung

    Die offiziellen Zahlen unterschätzen die tatsächliche Verschuldung jedoch erheblich. Die amtlichen Margin-Daten erfassen nur traditionelle Margin-Kredite bei Brokerage-Konten. Moderne Formen der Hebelwirkung wie gehebelte ETFs, Optionen, Portfolio-Margins und Private Credit bleiben in den offiziellen Statistiken unberücksichtigt.

    Dazu gehören auch 2X-Fonds für Einzelaktien wie Nvidia und Tesla, in denen Hunderte Milliarden Dollar investiert sind. Ebenso verzeichnen Nulltage-Optionen (Zero-Day Options), bei denen Anleger auf die Kursentwicklung der nächsten sechs Stunden setzen, Rekordvolumina. Der Aktienmarkt hat sich zunehmend in ein Casino verwandelt. Die offiziell ausgewiesene Margin-Verschuldung stellt somit lediglich die Untergrenze der im System befindlichen Hebelwirkung dar. In der Realität ist die tatsächliche Verschuldung wahrscheinlich deutlich höher.