Die Gefahr täglicher Rebalancing-Effekte
Wer ein 3-fach gehebeltes Produkt auf einen Wert wie SKI hält, verliert bei einem Tagesverlust der Aktie von 10 Prozent entsprechend 30 Prozent. Die eigentliche Gefahr liegt jedoch in der Konstruktion dieser Fonds: Sie müssen täglich neu adjustiert werden. Am Ende eines starken Verlusttages muss der Fonds in einen fallenden Markt verkaufen, um das Hebelfaktor-Verhältnis aufrechtzuerhalten. Privatanleger wurden dadurch liquidiert, während die Fonds ihre Positionen obendrein weiter veräußerten. Jeder dieser Verkäufe machte den nächsten Verkauf immer wahrscheinlicher und beschleunigte den Abwärtstrend.
Eskalation über die asiatischen Märkte
Diese Dynamik blieb nicht auf Südkorea beschränkt. In den folgenden zwei Tagen wurden über 600 Milliarden US-Dollar an den asiatischen Märkten ausgelöscht. Japan fiel um mehr als 4 Prozent, ebenso wie die Indizes in Taiwan, Hongkong und China. Zeitweise wurde ein weiterer Fall des südkoreanischen Leitindex KOSPI nur dadurch gestoppt, dass der Handel wegen eines Nationalfeiertags ruhte.
Politische Intervention und anhaltende Risiken
Die Situation spitzte sich so weit zu, dass der südkoreanische Präsident – der im Vorfeld ein Jahr lang die Bevölkerung zum Aktienkauf aufgerufen hatte – eine Notstandssitzung zur Marktstabilisierung einberief. Dennoch bleibt die Gefahr bestehen: Die Hebelwirkung ist auch weiterhin im Markt vorhanden und prägt die aktuelle Lage in Südkorea.
