Schlagwort: China

  • Billige Waren, teure Lebenshaltung: Der Preis der Financialisierung

    Die Schere der Preisentwicklung

    Seit dem Jahr 2000 sind die Preise für Fernseher um 98 Prozent gesunken. Die Preise für Spielzeug fielen um 74 Prozent, für Software um 73 Prozent. Doch alles, was sich nicht aus China importieren ließ, entwickelte sich in die entgegengesetzte Richtung. Deshalb stiegen die Wohnkosten um 111 Prozent. Für Kinderbetreuung fielen 159 Prozent mehr Kosten an, für Studiengebühren fast 200 Prozent und für Krankenhausleistungen sogar 281 Prozent.

    Der Handel: Konsumwahl gegen Industriebasis

    Dieser Preisanstieg ist das Resultat eines historischen Kompromisses. Die amerikanische Wirtschaft wurde von innen ausgehöhlt, während die Vermögensbesitzer auf dem Papier wohlhabender wurden. Den Verbrauchern wurde eine unbegrenzte Auswahl an billigen Konsumgütern geboten. Im Gegenzug gab die Nation ihre industrielle Basis sowie die gut bezahlten Arbeitsplätze auf, die es früher ermöglichten, mit einem einzigen Einkommen ein Haus zu erwerben.

    Die Folgen einer financialisierten Wirtschaft

    Das ist das unvermeidliche Resultat für ein Imperium, das seine Wirtschaft über fast 100 Jahre hinweg financialisiert hat.

  • Hebelprodukte lösten Milliarden-Verluste an asiatischen Börsen aus

    Die Gefahr täglicher Rebalancing-Effekte

    Wer ein 3-fach gehebeltes Produkt auf einen Wert wie SKI hält, verliert bei einem Tagesverlust der Aktie von 10 Prozent entsprechend 30 Prozent. Die eigentliche Gefahr liegt jedoch in der Konstruktion dieser Fonds: Sie müssen täglich neu adjustiert werden. Am Ende eines starken Verlusttages muss der Fonds in einen fallenden Markt verkaufen, um das Hebelfaktor-Verhältnis aufrechtzuerhalten. Privatanleger wurden dadurch liquidiert, während die Fonds ihre Positionen obendrein weiter veräußerten. Jeder dieser Verkäufe machte den nächsten Verkauf immer wahrscheinlicher und beschleunigte den Abwärtstrend.

    Eskalation über die asiatischen Märkte

    Diese Dynamik blieb nicht auf Südkorea beschränkt. In den folgenden zwei Tagen wurden über 600 Milliarden US-Dollar an den asiatischen Märkten ausgelöscht. Japan fiel um mehr als 4 Prozent, ebenso wie die Indizes in Taiwan, Hongkong und China. Zeitweise wurde ein weiterer Fall des südkoreanischen Leitindex KOSPI nur dadurch gestoppt, dass der Handel wegen eines Nationalfeiertags ruhte.

    Politische Intervention und anhaltende Risiken

    Die Situation spitzte sich so weit zu, dass der südkoreanische Präsident – der im Vorfeld ein Jahr lang die Bevölkerung zum Aktienkauf aufgerufen hatte – eine Notstandssitzung zur Marktstabilisierung einberief. Dennoch bleibt die Gefahr bestehen: Die Hebelwirkung ist auch weiterhin im Markt vorhanden und prägt die aktuelle Lage in Südkorea.

  • Das Ende der US-Tech-Dominanz: Wie die Welt nach Alternativen sucht

    Die Grundlage des US-Aktienmarktes

    Der gesamte US-Aktienmarkt – einschließlich privater Altersvorsorge, Indexfonds und Rentenwerte – beruht auf einer Erzählung, die sich dem Ende zuzuneigen droht. Bisherige Bewertungen basieren auf der Annahme, dass amerikanische Unternehmen auf unbestimmte Zeit Billionen an Gewinnen erzielen werden, da die Welt gezwungen sei, US-amerikanische Technologie zu nutzen.

    Europas Abkehr von US-Technologie

    Diese Dynamik verliert jedoch an Fahrt. Frankreich hat die Zusammenarbeit mit Palantir beendet. Deutschland hat sich bereits abgewendet, Spanien hat seine Unternehmen angewiesen, keine neuen Verträge mehr zu unterzeichnen, und auch Großbritannien zieht offenbar nach. Der Grund dafür ist simpel: Die Welt hat erkannt, dass sie eine Wahl hat – und diese Alternative ist siebenundeinhalb Mal günstiger.

    KI-Investitionen im globalen Vergleich

    Gleichzeitig investiert Amerika jährlich eine Billion Dollar in den Aufbau von Künstlicher Intelligenz, was etwa 3 Prozent der gesamten US-Wirtschaft entspricht. China hingegen gibt nur einen Bruchteil dieses Betrags aus und stellt die Technologie nahezu kostenlos zur Verfügung.