Schlagwort: Marktcrash

  • Rekordverschuldung am US-Aktienmarkt: Droht der nächste Crash?

    Historische Warnsignale

    Die von US-Amerikanern aufgenommene Verschuldung zum Kauf von Aktien, gemessen als Prozentsatz der gesamten US-Wirtschaft, zeigt ein klares historisches Muster. Jede extreme Spitze markiert einen historischen Wendepunkt, dem ein Marktcrash folgte. Im Juni 1968 verlor der Markt kurz darauf ein Drittel seines Wertes. Im Dezember 1972 ereignete sich der Crash von 1973. Der August 1987 lag zwei Monate vor dem Schwarzen Montag, dem schlechtesten Tag der Börsengeschichte. Im März 2000 erreichte die Dotcom-Blase ihren Höhepunkt, und im Juli 2007 begann die Finanzkrise. Auch nach Januar 2018 und August 2021 folgten erhebliche Korrekturen. Jedes Mal, wenn die US-Margin-Verschuldung ein Extrem erreichte, ereignete sich fast unmittelbar danach ein Crash.

    Aktuelle Rekordwerte

    Die aktuelle Lage zeigt eine beispiellose Entwicklung. Im Juni 2026 erreichte die US-Margin-Verschuldung rund 4,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Dies ist der höchste jemals in der amerikanischen Geschichte verzeichnete Wert. Er liegt deutlich über den Werten der Dotcom-Blase, dem Jahr 2007 und sogar der «Meme-Stock»-Blase von 2021.

    Die verborgene Hebelwirkung

    Die offiziellen Zahlen unterschätzen die tatsächliche Verschuldung jedoch erheblich. Die amtlichen Margin-Daten erfassen nur traditionelle Margin-Kredite bei Brokerage-Konten. Moderne Formen der Hebelwirkung wie gehebelte ETFs, Optionen, Portfolio-Margins und Private Credit bleiben in den offiziellen Statistiken unberücksichtigt.

    Dazu gehören auch 2X-Fonds für Einzelaktien wie Nvidia und Tesla, in denen Hunderte Milliarden Dollar investiert sind. Ebenso verzeichnen Nulltage-Optionen (Zero-Day Options), bei denen Anleger auf die Kursentwicklung der nächsten sechs Stunden setzen, Rekordvolumina. Der Aktienmarkt hat sich zunehmend in ein Casino verwandelt. Die offiziell ausgewiesene Margin-Verschuldung stellt somit lediglich die Untergrenze der im System befindlichen Hebelwirkung dar. In der Realität ist die tatsächliche Verschuldung wahrscheinlich deutlich höher.