Der Ruf nach einem neutralen Reservewert: Warum Gold auf 38.000 Dollar steigen müsste

Das Versagen des Dollar-Systems

Ironischerweise zitierte China im Jahr 2009 Keynes und erklärte, das Dollar-System sei kaputt. Das Land forderte einen neutralen Reservewert, doch niemand hörte zu. 17 Jahre später befindet sich nun die USA auf der Verliererseite des von ihr selbst entworfenen Systems. Nun sind es die USA, die denselben Ökonomen zitieren und dieselben Argumente vortragen. Die Kernaussage all dieser Stimmen ist, dass das System einen neutralen Reservewert benötigt.

Forderungen aus Weltbank und IWF

Dabei ist es nicht nur China, das diese Forderung erhebt. Im Jahr 2010 schrieb Robert Zoellick, Präsident der Weltbank und ehemaliger US-Finanzbeamter, in der Financial Times, die Welt solle in Betracht ziehen, Gold als internationalen Referenzpunkt für das Währungssystem zu nutzen. Im Jahr 2016 argumentierte Ken Rogoff, ehemaliger Chefökonom des IWF, dass Schwellenländer einen großen Teil der Billionen von Dollar, die sie als Reserven halten, in Gold umwandeln sollten. Er führte weiter aus, dass Gold – trotz nahezu festem Angebot – keinem Preislimit unterliegt und daher nicht von denselben Problemen betroffen sei.

Die Rückkehr zu einem neutralen Reservewert

Fasst man all diese Stimmen zusammen – von Keynes 1944 über China 2009, die Weltbank 2010 und den ehemaligen Chefökonomen des IWF 2016 bis hin zu Greer und Bessent 2026 –, so ähneln sie sich in einem zentralen Punkt: der Rückkehr zu einem neutralen Reservewert, um den globalen Handel auszugleichen. Es gibt nur einen einzigen Vermögenswert, der diese Aufgabe jemals tatsächlich erfüllt hat.

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Die mathematische Notwendigkeit eines höheren Goldpreises

Das Problem ist jedoch, dass Gold diese Aufgabe zu heutigen Preisen nicht erfüllen kann, da diese schlichtweg zu niedrig sind. Damit die ökonomische Rechnung aufgeht, müsste der Goldpreis deutlich höher liegen. Schätzungen zufolge müsste Gold bei etwa 38.000 Dollar pro Unze notieren. Erst dann würde das größte Handelsungleichgewicht – jenes mit China – ausgeglichen werden.

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